Die Österreichische Stadt Tulln an der Donau hatte im November 2021 einen großen Planungs- und Beteiligungsprozess zur Neugestaltung des Nibelungenplatzes gestartet. Der Nibelungenplatz nimmt eine zentrale Lage in Tulln ein. Der Platz liegt mitten in der Tullner Innenstadt direkt an der Donau. Doch bisher wird der Platz nicht seiner zentralen Lage gerecht. Der Platz wird eher als unbelebter Parkplatz empfunden. Die Bevölkerung beteiligt sich rege an dem Dialogprozess und brachte über 1000 Ideen und Anregungen ein.
In einem nächsten Schritt schrieb die Stadt Tulln an der Donau einen landschaftsarchitektonischen Realisierungswettbewerb aus. 21 österreichische Landschaftsarchitekturbüro bewarben sich, von denen fünf Büros von der Stadt Tulln zur Teilnahme am Wettbewerb eingeladen wurden. Am Ende konnte das Wiener Landschaftsarchitekturbüro DnD den ersten Platz für sich entscheiden. Die Jury lobte das „wiederholende Motiv der Bänder und Blühstreifen, das gestalterisch und raumbildnerisch eine Einheit erzeugt und den Nibelungenplatz zu einem besonderen Ort in Tulln macht“.
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![Die drei Schicksalsgöttinnen der nordischen Mythologie bilden die Ideenvorlage für den neuen Nibelungenplatz. Sie spinnen die Fäden des Schicksals.
Die Norne der Vergangenheit (alte Frau= die immer schon vorhandene Natur) wird durch die Formen des reinkommenden Auwaldes übernommen.
Die Norne der Gegenwart steht für den zentralen Bereich, wo der Klostergarten mit seinem Blütenfeuerwerk, Hochzeiten und Feiern, das Leben selbst darstellt (tanzende Schrägen).
Die Norne der Zukunft weist auf zukünftige Entwicklungen hin - mit versickerungsoffenen, multifunktionalen Bereichen, vielen Zukunftsbaumarten und geradlinig gerichteten „Fäden“. [Auszug Entwurfserläuterung, DnD Landschaftsplanung]](https://www.freiraum-wettbewerb.info/vorlagen/webapp/cache/cms/nib22-01-c-dnd_g4zdgnbvg44q-1080x864.jpg)
![In seiner räumlichen Konzeption überzeugt das Projekt durch seine starke Verwebung der Aupromenade, des Klostergartens, der Esplanade und der Flexibilitätszone mit der Umgebung. Der Klostergarten wird neuinterpretiert und hat das Potenzial als unverwechselbare, ansprechende, gärtnerische Fläche wahrgenommen zu werden. [Auszug Juryprotokoll, Stadt Tulln an der Donau]](https://www.freiraum-wettbewerb.info/vorlagen/webapp/cache/cms/nib22-03-c-dnd_g4zdgnbvhayq-1080x324.jpg)
![Im Klostergarten sind historische Gartenkultur mit zeitgenössischer Gestaltung vereint. Mehrstämmige Zier-Kirschen (Prunus sargenti) und Zier-Äpfel (Malus toringo) bilden einen festlich-eleganten Rahmen.
Sie bieten im Vorfrühling und Frühling imposante Blühaspekte. Die Zieräpfel haben ab dem Spätsommer kleine Äpfelchen mit hohem Schmuckwert. Die leuchtend orange-rote Herbstlaubfärbung der Zier-Kirschen schafft einen Kontrast zum gelben Laub der Zier-Äpfel. [Auszug Entwurfserläuterung, DnD Landschaftsplanung]](https://www.freiraum-wettbewerb.info/vorlagen/webapp/cache/cms/nib22-04-c-dnd_g4zdgnbvhaza-1080x683.jpg)
![Die zweite Klammer legt sich an die östliche Seite des Rathauses an. Eine überfahrbare versickerungsoffene, hochwertige Natursteinoberfläche bildet die Verbindung zwischen Hauptplatz und Donaulände. Ein kleiner Vorplatz ermöglicht Feiern. Als Material werden drei Granite in subtilen, hellen Farbnuancen vorgeschlagen: Töne in Hellgrau, Mittelgrau, und warmem Sand. Die drei sind leicht changierend und bieten so ein langanhaltendes optisch attraktives Bild. Der Granitstein wird in einem versetzten Längsverband gesetzt, ist hoch belastbar und nachhaltig. Mit einem Naturstein ist die Wiederverwendung gewährleistet. [Auszug Entwurfserläuterung, DnD Landschaftsplanung]](https://www.freiraum-wettbewerb.info/vorlagen/webapp/cache/cms/nib22-05-c-dnd_g4zdgnbvhazq-1080x720.jpg)
![Der Klostergarten bildet das repräsentative Vorfeld des Rathauses zur Donau hin. Es ist sehr gut geeignet zum Durchwandeln, und lädt mit seinen Bänderreihen und Holzdecks zum Sitzen ein. Der Klostergarten ist der perfekte Hintergrund für Feiern und Fotos!
Die Bänder aus Granit durchziehen den Garten und wölben sich zu Sitzgelegenheiten mit Holzauflagen auf. Modular können Tische, Schirme und Lehnen etc. ergänzt werden. Jedes Sitzband ist mit mindestens einem USB- und Wifi-Hotspot ausgestattet. Die großzügigen Granitbänder schaffen durch ihr unaufdringliches Design Klarheit und durch das breite Nutzungsspektrum Vielfalt. [Auszug Entwurfserläuterung, DnD Landschaftsplanung]](https://www.freiraum-wettbewerb.info/vorlagen/webapp/cache/cms/nib22-06-c-dnd_g4zdgnbvha2a-150x90.jpg)








